COME
AS
YOU
ARE

Der abwesende Körper in der Kunst



06. August – 28. November 2010


Die Ausstellung bildet den Auftakt einer neuen Ausstellungsreihe des Zeppelin Museums, die unabhängige Ausstellungsmacher einlädt eine bestehende Ausstellung in die ständige Museumssammlung zu integrieren oder vor dem Hintergrund eines Themas mit der bestehenden Sammlung des Museums zu arbeiten.
Der Kunstraum:Morgenstrasse aus Karlsruhe zeigt ab dem 6. August seine Ausstellung „Come As You Are“ im Grafikraum des Zeppelin Museums. Die Kuratoren Martin Heus und Jacob Birken gingen anlässlich der aktuellen Präsentation des legendären Grabtuches von Turin der Frage nach, was wir eigentlich sehen, wenn wir dieses Tuch erblicken. Tatsächlich knüpfen sich unzählige Fragen an dieses „Kunstwerk“ – vordergründig sind dies Fragen des Glaubens, hintergründig geht es aber auch um bildtheoretische und technische Fragen.
Wie kann es überhaupt sein, dass sich Jesus Körper im Tuch abbildete? War es ein Wunder, gewirkt von Gottes Sohn auf Erden, oder nur der Trick eines „Magiers“, der bereits fotografische Verfahren durchführen konnte, lange bevor sie als Technik bekannt wurden?
Darüber führen Experten erbitterte Debatten und eine Einigung ist nicht in Sicht - darum sollte es im Grunde um die fundamentalere Frage gehen, ob Bilder – gemalte, gezeichnete oder auch fotografierte Bilder – die Macht besitzen, die Abwesenheit von Menschen vergessen zu machen. Kurz gesagt: sind Bilder in der Lage, die Lücke zu schließen, die der Verlust des Körpers in das Leben geschlagen hat?
Die Kuratoren der Ausstellung haben in Zusammenarbeit mit dem Museum genau diese Frage untersucht.
In dieser Ausstellung bieten neben der Fotografie auch Malerei, Video- und Performancekunst genug Anlass, um der Frage nach der Abbildbarkeit von Körpern nachzugehen.
Gezeigt werden Werke von Bruce Nauman, Via Lewandowsky, Jim Campbell, Axel Philipp, Dorcas Müller und Tobias Trutwin. Ergänzt werden diese Werke durch Sammlungsbestände, allen voran eine bisher ungezeigte Druckgrafik von Otto Dix und eine Verkündigungsszene Marias eines anonymen Meisters aus dem frühen 15. Jahrhundert, die ebenfalls zum ersten Mal im Museum gezeigt wird.

http://www.zeppelin-museum.de/1127.0.html